Sämtliche hier veröffentlichte Informationen und Dokumente stammen aus dem Stadtarchiv Lüneburg. An dieser Stelle noch einmal meinen Dank an die Mitarbeiter und Herrn Dr. Lutz für die Bereitstellung und die Erlaubnis, die Unterlagen hier veröffentlichen zu dürfen.

 

Der älteste Vermerk über Fahrräder als Dienstfahrzeuge der Stadt benennt den Kauf eines „Panther“ Rades im Jahre 1903. Angeschafft für dieExekutiv-Polizei“ und erst 1925 ausrangiert. Dies ist für damals eine ungewöhnlich lange Nutzung, da Diensträder laut Vorschrift von 1924 je nach Amt entweder nach 5, 6 oder 8 Jahren ausgemustert wurden und in den Besitz des Nutzers übergingen. Wenn sie denn noch fahrbar waren. Damals herrschten schlechtere Straßenverhältnisse, und Rahmenbrüche waren bei jahrelangem täglichen Gebrauch nicht unüblich.

Aus dem untenstehenden Berichts des Fahrradhändlers

Hartig ist zu entnehmen,das auch die haltbaren "Lüneburgia"

von Fa. Havemann nach 10 Jahren durchgeritten waren.

 

Quelle : StadtA Lüneburg, SA 1420
Quelle : StadtA Lüneburg, SA 1420

 

 

Im unterstehenden Diensträder- Verzeichnis ist zu lesen, das die Kriminalpolizei zu der Zeit gerne die Hausmarken  „Erica“ und „Lüneburgia“  bei Stork und Havemann kauften.

Das 1924 für 130 Mark gekaufte Lüneburgia ging nach 8 Dienstjahren in den Besitz des Boten Mormann über.

 Die von der Kriminalpolizei 1922,1923 und 1924 beschafften Erica und Lüneburgia wurden nach 6 Dienstjahren an die Fahrer übergeben.

In der Liste sind angegeben v.L.n.R.: Abteilung,Fahrer,

Fahrradmarke,Rahmennummer, Händler, Kaufdatum,

Kaufpreis,Nutzungsdauer,Ausmusterungsdatum.

 

 

 

 

Quelle :  StadtA Lüneburg, SA1419
Quelle : StadtA Lüneburg, SA1419

 

 

 

 

 

1924 wurde der Bestand der Diensträder auf Grund allgemeinen Sparzwangs, verursacht durch die Wirtschaftskrise, auf 27 begrenzt.Besitzer von Diensträder

mußten je nach Nutzung mit 20 oder 40 Goldmark im Jahr alle Reparaturen abdecken.

 

Liste der Reparaturkosten für Diensträder von 1924 / 25.